Nachhaltigkeit

Gestern waren wir mit unseren Teilnehmern bei einem Fleischer, um das Bewusstsein beim Einkaufen zu stärken. Eindrücklich hat er uns den Verarbeitungsprozess seines Fleisches erläutert.
Dabei fiel immer wieder das Wort „Nachhaltigkeit“ und am Abend habe ich es tatsächlich auch zu meinen Kindern gesagt. Natürlich kam sofort die Frage: „Mama, was ist dieses nachhaltig?“
Genau! Was ist das eigentlich? Wir nehmen es alle in den Mund, aber ich bezweifle stark, dass auch nur die Hälfte danach lebt. Nachhaltigkeit ist ein Trendwort, ja fast schon ein Lifestyle geworden, der oft im falschen Zusammenhang verwendet wird.

Aber kommen wir zurück zum Fleischer. Während unserer Zeit bei der Arbeitsagentur haben wir viele Fleischereien betreut und so einige auf Grund des „Billig will ich“ – Lebensstils untergehen sehen. Manche Gespräche waren hart an der Belastungsgrenze, weil man wusste wieviel dran hängt, wenn ein kompletter Familienbetrieb schließen muss. Ein Fleischer weiß genau, woher er sein Fleisch bezieht, welches Futtermittel genutzt wird, wie die Tiere leben und transportiert werden sowie die Herstellung, denn das macht er selbst. Gehe ich in einen Discounter, nehme ich mir die abgepackte Wurst und kann keine einzige Frage loswerden.

Dreht die Verpackung mal um und lest Euch die Zutaten durch! Wir können schon lange keine abgepackte Wurst mehr essen. Zucker hat mittlerweile über 70 Bezeichnungen. Somit ist es für den Verbraucher so gut wie unmöglich herauszufinden, woraus seine Wurst besteht. Beim Fleischer ist das anders.

Hier werde ich meine Fragen los und bekomme sie beantwortet. Zucker wird benutzt, damit das Fleisch seine saftige Farbe erhält. Ich habe gestern zuckerfreie Wurst gegessen und es war ein Unterschied wie Tag und Nacht. Heute waren meine Kinder mit dem Geschmackstest dran und auch sie haben ihn festgestellt. Sie haben mir die Wiener aus der Hand gerissen. So eine geschmacksintensive Wiener habe ich auch schon lange nicht mehr gegessen.
Unser Herz schlägt nach wie vor für die kleinen und mittelständigen Betriebe, denn hier erhält man noch Qualität. Natürlich zählen hier auch die Zahlen, aber trotzdem wird auf die Qualität geachtet. Hier wird nicht in Massen produziert, sondern auf Bestellung. Ja es kostet ein paar Euros mehr, verhindert aber gleichzeitig den täglichen Fleischkonsum sowie Müll. Überlegt doch mal wieviel Wurst ihr wegwerft?! Ich wette es sind mindestens 4 – 5 Scheiben in der Woche. Die Wurst vom Fleischer esst ihr auf und verarbeitet die Reste, um es nicht wegzuwerfen… einfach, weil es teuer gewesen ist. Beim Fleischer könnt ihr mit Euren Aufbewahrungsbehältern einkaufen gehen und tut damit der Umwelt auch noch was Gutes.
All diese Dinge sind für uns unter anderem nachhaltig. Und nebenbei erhalten wir einen Familienbetrieb aufrecht. Nachhaltiger geht es doch schon gar nicht mehr.

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